Der Motorrad-Fußgängerunfall
Beispiel einer Forschungsarbeit mit der Unfallanalyse Berlin Prof. Dr.-Ing. H. Rau, Unfallanalyse Berlin, Institut für Fahrzeugtechnik, TU Berlin Cand.Ing. S. Heine – Institut für Fahrzeugtechnik, TU Berlin Cand.Ing. A. Schönekäs – Institut für Fahrzeugtechnik, TU Berlin
Versuchsergebnisse
Es wurden insgesamt 10 Motorrad-Fußgänger-Versuche am Institut für Fahrzeugtechnik der TU Berlin durchgeführt. Die Versuchseinrichtung zeigt Bild 1.
In Bild 2 ist der Ablauf eines Versuchs mit einer Kollisionsgeschwindigkeit von knapp 44 km/h dargestellt. Der Anstoß erfolgte mit der linken Lenkerseite des Motorrades.
Auf dem Gepäckständer der Motorräder war ein Unfalldatenspeicher (UDS) fixiert. Beispielhaft zeigt Bild 3 eine UDS-Aufzeichnung, aus der sich kaum Einzelheiten der Anstoßkonstellation ableiten lassen. Für die Analyse des zeitlichen Ablaufs ist die UDS-Auswertung allerdings sehr hilfreich.
Aus den Beschädigungen der Armaturen und der Verlagerung des Scheinwerfers waren Zusammenhänge mit der Kollisionsgeschwindigkeit erkennbar, siehe Bild 4.
Simulationsmodell
Überlegungen für ein Sicherheitsmotorrad zur Reduktion der Verletzungsschwere des Fußgängers
Über die Verbesserung der Sicherheit des Kradfahrers im Falle eines Crash ist schon viel nachgedacht worden. Ebenso darüber, wie Fußgänger beim Aufprall gegen einen Pkw besser geschützt werden können. Überlegungen darüber, wie die Front eines Motorrades im Hinblick auf das Erfassen eines Fußgängers entschärft werden kann, lagen bisher nicht vor.
Mit Hilfe der Simulationsrechnungen hat sich schnell gezeigt, in welchen Bereichen des Krades sich durch den Anprall besonders hohe Belastungen für den Fußgänger mit den entsprechenden Verletzungsfolgen ergeben. Zunächst theoretisch wurde die Verformungskennung bestimmter Bauteile am Krad geändert, mit dem Erfolg, dass mit dem Simulationsmodell sehr viel geringere Belastungen für den Fußgänger erkennbar waren. Um auch im Versuch die praktischen Möglichkeiten nachzuweisen, wurde ein Motorrad mit geringem Aufwand modifiziert. Die Bilder 9a + b zeigen ein konventionelles und das modifizierte Motorrad. Es ist an sich leicht nachvollziehbar, dass einige, nicht kostenintensive Veränderungen im Frontbereich des Motorrades die Gefährdung von angefahrenen Fußgängern erheblich reduzieren könnten. Zusammenfassung Durch die Simulationsrechnungen und danach durch einen Versuch hat sich der Beweis dafür ergeben, dass durch geringere Modifizierung im Frontbereich der Motorräder die Verletzungsgefährdung für den angefahrenen Fußgänger erheblich reduziert werden kann.
Literatur
[1] Dipl.-Ing. M.Rohm, Dipl.-K.-H. Schimmelpfennig: Dynamik bei der Kollision Krad/ Fußgänger – Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik 2/1997 [2] TNO Road-Vehicles Research Institute, P.O. Box 6033, 2600 JA Delft, The Netherlands [3] EASi Engeneering Bingham Centre, 30800 Telegraph Road, Suite 3700, Bingham Farms, Michigan 48025
Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5
Bild 6
Bild 7
Bild 8
Bilder 9a und 9b









